Dienstag 29. September 2026

Gdansk und Solidarnosc – zwei untrennbare Begriffe, zumindest für Menschen meiner Generation.
Ich kann mich noch gut an das ambivalente Gefühl erinnern als damals im DDR Fernsehen über die Vorgänge in Polen berichtet wurde. Damals war Polen und Faulheit ein und das selbe. Da hatte sich an der deutschen Überheblichkeit auch durch die Klassenbrüderschaft nichts geändert. Und so wurde auch über die Streiks berichtet. Nichts von den Inhalten und Zielen sondern „die sind nur zu faul zum Arbeiten“. 10 Jahre später, bei der Verhängung des Kriegsrechtes war es ähnlich: „Seht, die Polen mit ihrer Gewerkschaft haben das Land zugrunde gewirtschaftet, jetzt hilft nur noch gewaltsames Einschreiten“
Aber da war auch die Erkenntnis, dass das sozialistische System immer wieder mit Gewalt auf Kritik reagiert. Und dass es dennoch möglich ist Dinge zu ändern. Eine freie Gewerkschaft – in der DDR undenkbar. Der Samen für den Gedanken „was würde passieren wenn wir streiken?“ war gelegt.
Das Solidaritäts-Museum in Gdansk (ECS European Center for Solidarity) befindet sich in einem sehr modernen Gebäude auf dem ehemaligen Werft Gelände. Direkt vor dem Museum das große Denkmal für die Opfer der ersten Streiks in den 70ern. Dieses Denkmal war übrigens Teil der Forderung der zweiten Streikwelle mit Lech Walenca an der Spitze.





Die Ausstellung ist sehr modern und technisch anspruchsvoll gemacht. Dank des Audio Guides auch für Leute die kein polnisch sprechen zu verstehen.





Vom Dach des Gebäudes hat man wieder einen ganz anderen Blick auf die Stadt als vom Rathaus. Viel mehr Werft und Hafen. Ist aber auch deutlich spannender.




Gleich danach ging es wieder hoch hinaus. In einem Hochhaus aus den 70ern gibt es ein gutes Restaurant im 16.Stock. Essen (Hering und Fischsuppe) waren wunderbar, die Aussicht auch.
