Der erste Blick aus dem Fenster nach Osten in den Sonnenaufgangs mit See.
Und vor dem Frühstück schon einen kleinen Spaziergang dahin.
Ach ja, das Frühstück:
Heute wandern wir von hier nach Mragowo und zurück.
Das Wetter ist wesentlich besser als gedacht und vorhergesagt. Kühl aber trocken.
Nicht spektakulär, ruhig, viele Bäume und Früchte. Man merkt, dass es Herbst ist.
Die Wege sind meist auch Fahrwege für Pkw, Strecke und wahnsinnige Quad-Fahrer. Ausgeschildert sind sie auch für Fahrräder. Obwohl das sicher ziemlich anstrengend ist. In Mragowo gibt es dann auch gut ausgebaute Radwege. Am Schluss führte der Weg dann durch etwas wilderen Wald.
Und wie gesagt, es ist Herbst
Am Abend rechtschaffen müde bekommen wir wieder das feinste Essen.
by n98883·Kommentare deaktiviert für In die Masuren
Montag, 21. September 2026
Heute geht es aufs Land.
Auschecken aus dem Safe House….SafeStay…, Frühstück beim Nero und mit dem Uber zum Novotel. Dort ist die Europcar Station.
Das Anmieten gestaltete sich etwas schwierig, aber am Ende saßen wir im Kia Ceed und machten uns auf den Weg. Vorbei nochmal an ein paar Stellen, die wir die Tage vorher besucht haben, haben wir Warschau bald verlassen.
Die Stecke führte zumeist auf zwei spurigen Straßen, ausgebaut wie unsere Autobahnen. Anders als auf unseren Autobahnen sind die Toiletten auf dem Rastplatz. Sauber, hell, beheizt.
Das ist übrigens sehr auffällig anders als bei uns. Es gibt immer saubere öffentliche Toiletten. Entweder kostenlos oder für ein paar Zloty.
Die Landschaft flach mit großen Feldern und Wald. Petra hat auf einem grünen Feld einen Elch gesehen.
Die Mittagspause in Olzsyn. Die Stadt hat sicher einiges zu bieten, aber wir wollten weiter. Deswegen nur etwas essen und ein kleiner Einkauf.
Der letzte Teil des Weges zu unserm Quartier in der Einöde ging dann über ein Betonplattensträsschen (spezielle Grüße an der Stelle an Johannes) und über jahrhunderte altes Kopfsteinpflaster. Das kann weder für Menschen, Kutschen, Pferde noch moderne Autos gut sein.
Unser Quartier in Czerwonki befindet sich in einer alten Schule. Irgendwann in den 80ern gekauft von einem Paar, welches sich hier in den Masuren ein kleines Wunder geschaffen hat. Die Schule, ein Gästehaus und das Wohnhaus. Alles ganz wunderbar naturnah renoviert, mit viel Liebe und Geschmack eingerichtet. Der Mann war ein bekannter Jazz Musiker und so finden sich hunderte Fotos, viele Instrumente und im Hintergrund läuft immer Jazz.
Ein erstes, sehr feines Essen und der Nachtisch neben dem eingeheizten Kamin machen Lust auf die kommenden Tage.
Heute soll es zum Seijm (Sitz der Regierung und des Parlaments) und in das Botschaftsviertel gehen.
Dabei kommen wir nochmal im Hellen beim Präsi und einigen weiteren hübschen Bauten vorbei.
Der Weg führt über eine riesige Kreuzung auf der eine Palme steht. Kunst! Die Palme soll in den Sichtachsen das internationale von Warschau darstellen. Oder so
Und hier die Achsen
Auf dem Weg noch ein paar interessante Gebäude.
Botschaften soll man nicht fotografieren, aber beschreiben ist erlaubt: die amerikanische war wirklich hässlich, die Schweizer in einer schönen Villa, die französischen martialisch mit Militärfotos dekoriert und unsere deutsche eher sympathisch mit betten Bildern und Sprüchen.
Die Regierungsgebäude sind weit weniger spektakulär als unsere in Berlin. Es gibt auch fast nichts zu sehen.
Weiter ging es durch den Königspark zum Chopin-Denkmal. Dort gibt es oft Freiluftkonzerte. Erinnert an Klassik im Park.
In dem Park waren viele Menschen unterwegs, alle sonntäglich rausgeputzt. Familien mit Kindern und Großeltern. Ach und es gibt recht wenige Dogos.
Für den frühen Abend war der Wettersturz angekündigt und wir wollten noch ein wenig die Sonne an der Weichsel genießen. Also mit Bahn und Metro direkt an den Strand.
Es hat dann wirklich heftig geregnet, aber pünktlich zum Abendspaziergang hat es aufgehört. Wir sind nochmal zum Kulturpalast um den auch mal beleuchtet zu sehen.
Ja und wenn wir schon mal da waren, sind wir auch nochmal raufgefahren. Das es da überhaupt keine Warteschlangen gibt ist irgendwie typisch für Warschau.
Und zum Abschied noch ein Bier und einen Wodka. Hering und Gurke waren leider schon aus.
Heute folgen wir mal ziemlich genau den Empfehlungen von ChatGPT. Das ist wirklich eine große Hilfe. Man kann einfach eingeben was man schon gesehen hat, wofür man sich interessiert und bekommt einen ziemlich detaillierten Plan mit Karten etc. Bei Bedarf auch den ÖPNV dazu. Das kann man natürlich alles selbst in Reiseführern und dem Netz recherchieren, aber so geht es viel schneller und passt perfekt.
Zuerst in eine Markthalle. Der erste Eindruck war gruselig, alles alt, staubig und verrammelt. Aber außerhalb der Halle ein wunderbarer Obst und Gemüse-Markt.
16 verschiedene, namentlich benannte Eiersorten hatte ich auch noch nicht gesehen.
Nach einem Café im… Surprise … Café Nero, weiter in ein ehemaliges Elektrizitätswerk. Dort fand ein kuratierter (sic!) Vintage-Markt statt. Wenn man auf Vintage Klamotten steht bestimmt ein Erlebnis. Mich hat eine Barbour Jacke angesprochen. Aber die kostete gebraucht nur 50 weniger als neu. Kein guter Deal.
Weiter über ein stylische Fußgängerbrücke über die Weichsel nach Praga. Dem ehemals runtergekommenen aber heute total angesagten Viertel Warschaus. Runtergekommen ist es in großen Teilen immer noch, aber die Gentrifizierung ist in vollem Gange und in ein paar Jahren…..
Komischerweise gibt es wenig Kneipen und Bars. Also die gibt es schon, aber nicht eine neben der anderen, wie man das aus Berlin oder auch Nürnberg kennt.
Am Abend dann noch ein kleine Runde quasi ums Haus. Vorbei am sehr noblen Hotel Bristolund dem Präsidenten-Palast
Von überall in Warschau erspäht man plötzlich diesen Palast. Er ist groß.
Wurde der Stadt von Stalin geschenkt. Ganz sicher auch als Machtdemonstration und damit die Pol:innen immer etwas russisch-stalinistisches vor der Nase haben. In den letzten Jahren wurde wohl ernsthaft über einen Abriss nachgedacht.
Stalin-Barock, alles verzieht mit kleinen Türmchen, Erkern, Figuren, Reliefen. Man kann hochfahren und hat einen tollen Blick über die ganze Stadt.
Ich finde den Palast beeindruckend, aber gerade das war ja das Ziel von Stalin und es wäre nicht schlimm wenn ihm das irgendwann weggenommen würde.
Im Anschluss weiter in den sozialistischen Teil Warschaus. Etwas alternativer als die Altstadt, aber auch lebendiger, urbaner, angesiffter.
Warschau ist keine Stadt zum flanieren. Sie macht sich nicht schön für die Besucher:innen. Alles ist echt.
Heute geht es auf Spuren des früheren jüdischen Lebens in Warschau.
Noch aus dem Bett die Karten für das Museum POLIN bestellt. Am Ende nicht nötig, der Andrang war nicht sehr groß.
Start mit einem Kaffe bei Café Nero. Eine weitverbreitete Kette die aber sympathischer als Starbucks ist.
Voller Optimismus den Weg von gestern Abend zurück gegangen um wieder an dem Denkmal auszukommen. Aber das klappt in Warschau nicht so gut. Für den Fremden sieht vieles ähnlich aus und die Orientierung an großen Landmarken funktioniert nicht. Es ist eben eine Großstadt.
Die Verirrung führte aber an einem anderen bekannten Denkmal vorbei.
Nach ein paar weiteren Querstraßen sind wir dann doch wieder auf dem Platz gelandet
Das Denkmal ist groß und nimmt eigentlich einen ganzen Straßenzug ein. Ein Guide erzählte seiner Gruppe auf Englisch mit deutlichem Furor, warum die Polen die Russen nicht mögen…. We tried to get rid off them .
Das POLIN ist ein Museum über die Geschichte der Juden in Polen, nicht mit dem Focus auf den Holocaust sondern weit zurück reichend auch. Ein modernes eindrückliches Gebäude und eine wunderbare Ausstellung.
Die Häuser stellen die Häuser der früheren Bewohner:innen dar. Für sie soll immer ein Platz sein.
Das Museum selbst steht mitten im ehemaligen Ghetto. Dorthin haben die Nazis alle Jüdinnen und Juden zwangsweise umgesiedelt. Eine Stadt in der Stadt. Von dort wurden sie in die Vernichtung geschickt und dort gab es eine der wenigen Aufstände.
Auf dem Platz ein riesiges Denkmal vor welchem Kanzler Willi Brandt auf die Knie gefallen ist.
Von dem Ghetto sind nur wenige Spuren zu sehen. Nach dem Krieg wurden wieder Wohnhäuser auf dem Trümmern errichtet. Eine aktuelle Ausgrabung zeigt, dass sich hier überall noch Spuren befinden.
Zugtickets buchen ist ganz einfach. Aber man kann auch einfach das Falsche kaufen. Dann sind 100€ weg und man darf nochmal…Mist
Aber wir hatten dann doch eine sehr angenehme Fahrt durch das spätsommerliche Polen. Mir sind viele Obstplantagen aufgefallen und tiefe Wälder. Der Zug war sehr modern und er hatte, hört hört, einen funktionierenden Speisewagen.
In Warschau wird man gleich von dem Kulturpalast im „Stalin Barock“ begrüßt. Dazu später mehr.
Mit Uber ins Ho(s)tel. Es ist ein Hostel, aber wir haben ein Zimmer mit Bad und dann passt es wieder. Schlafsaal oder Gemeinschaftsdusche wäre nicht so meins. Und es liegt direkt am Anfang der Warschauer Altstadt.
Diese Altstadt ist nicht groß aber schön verwinkelt. Die Häuser an dem großen Hauptplatz haben tolle Bemalungen. Warschau war in WWII völlig zerstört durch Rache Bombardements der Deutschen. Nach der Befreiung wurde die Altstadt wieder aufgebaut. Es wird immer so getan als wäre sie deswegen nicht echt, aber dann ist es Dresden oder Nürnberg genauso wenig.
Essen waren wir in einem polnischen Restaurant. Es gibt hier relativ wenig internationale Restaurants, dafür viele Läden in denen es Piroggen gibt. Heute eine Suppe aus fermentierter Gerste und dann Piroggen.
Im Anschluss noch ein Nachtspaziergang der uns zufällig an das Denkmal für den Aufstand der Polen gegen die Nazis 1944 führte. Ein mutiges und einmaliges Unterfangen. Leider ohne Erfolg und mit furchtbarer Rache durch die Deutschen.
Wunderbares Wetter mit Sonnenschein und Wärme… Sommerhosen und Birkenstock.
Zu Beginn auf den Wawel. Von unserem Hotel nur zwei Blocks entfernt. Der heilige Ort der Polen. Weil in vielen Jahrhunderten immer wieder angebaut und ergänzt ist es ein spannender Mix von Baustilen.
Ein beeindruckender Ort und auch wenn für uns die heilige Glocke keine Bedeutung hat, spürt man dass es für die polnischen Menschen wichtig ist.
Die Kirche mit ihren angebauten Kapellen für die verschiedenen Könige ( von Königinnen war tatsächlich nicht zu lesen) ist interessant. Überall begegnet man dem Bildnis des alten polnischen Papstes.
Vom Wawel durch eine schöne nicht zu kommerzielle Straße in Richtung Stare Miesto, dem riesigen Platz in der Mitte der Altstadt.
In einem ukrainischen Restaurant einen kleinen Lunch. Borschtsch und Speck mit Gurke und Wodka. Zünftig.
Der Platz ist wirklich sehr groß. Sicher einer der größten Europas. Die Kirche ebenfalls. Sie ist sehr eindrucksvoll.
Wurde nicht von den Königen (die hatten den Wawel) sondern von den Bürger:innen erbaut. Muss eine reiche Bürgerschaft gewesen sein. Der Altar stammt von Veit Stoß und da zeigt sich die alte und tiefe Verbindung zu Nürnberg. Die Nazis haben das Teil geklaut und es wurde erst in den 60er wieder zurück gegeben.
Vom Turm erklingt alle Stunden ein Lied, gespielt von einem Trompeter. Das Lied bricht mittendrin ab, da wurde der Musikus vom Pfeil getroffen, so die Legende.
In den Gassen um diesen Platz gibt es viele Hotels, Restaurants und Kneipen. Eine besonders Schöne ist das Camalot.
Ich mag den Bericht mit dem organisatorischen Teil beginnen. Wir haben uns von einem privaten Shuttle fahren lassen, organisiert über das Hotel. Das ist eine gute Lösung. Man braucht nicht mit irgendwelchen Leuten im Bus sitzen, was besonders auf der Rückfahrt sehr sinnvoll ist.
Wir hatten die 6h Studien-Tour gebucht. Auch das ist bei der Informationsflut sinnvoll. Ich denke auch, dass diese Tour die bessern Guides bekommen. Und auch hier finde ich es gut das die Teilnehmenden etwas interessierter am Thema sind.
Die Tour führt als erstes durch das Stammlager (Mit dem Scheissspruch: Arbeit macht frei). Dort gibt es verschiedene Gebäude und Artefakte zu sehen. Die grausamen Bilder von Menschenhaar, Schuhen, Prothesen, Brillen, Kleidern kennt man, aber die sind dennoch sehr berührend.
Am meisten geflasht war ich von Zeichnungen die aus mehreren Baracken in einen Raum transferiert wurden und dort an den Wänden zu sehen waren. Trotz des unvorstellbaren Grauen sprach daraus Menschlichkeit und Zuversicht.
Weiteres Highlight ist der Galgen an dem Höss hingerichtet wurde.
Nach einer kurzen Pause ging es mit dem Shuttlebus nach Birkenau (mit der Rampe).
Auf dieser Rampe zu stehen und den Weg zu gehen, der für hundertausende Menschen der letzte Weg war, ist schwer zu ertragen.
Ich kennen viele Bilder und Filme über das KZ aber was diese nicht vermitteln, ist die Größe. Bis zum Horizont Baracken oder Reste davon. Teilweise stehen nur noch Schornsteine. Alles ordentlich in Reih und Glied.
Auch sind die Jahreszahlen unbegreiflich. Die höchste Belegung und Mordleistung hatte das Lager 1944. Da war der Krieg längst verloren…
Ich weiß, die meisten die diesen Block lesen sind stabile Menschen und dennoch, wir müssen mehr tun. Ich weiß auch nicht was genau aber Danger Dan hat Recht: am Ende hilft nur Militanz.